Kleine Schritte für mehr Sichtbarkeit im Job, in der Selbstständigkeit und beim Netzwerken
Deine Website ist fertig. Texte, Fotos und die Über-mich-Seite stehen. Trotzdem gehst du noch einmal alles durch, änderst einen Satz, tauschst ein Bild und schreibst der Webdesignerin, dass du noch ein paar Kleinigkeiten anpassen möchtest. Vielleicht kennst du das auch aus dem Job: Im Meeting hattest du eine gute Idee und hast sie dann doch für dich behalten.
Sichtbar werden heißt, dass andere erkennen können, was du kannst und wofür du stehst. Dafür reicht oft ein kleiner Schritt, auch wenn du dich noch unsicher fühlst. Die Angst davor schätzt die Lage meist düsterer ein, als sie ist.
Du erfährst hier, warum sich so viele Frauen mit ihrer Leistung zurückhalten und welche kleinen Schritte dir im Job, in der Selbstständigkeit und beim Netzwerken helfen. Und du wirst sehen, dass die Angst vor dem Gesehenwerden meist größer ist als das, was danach passiert.
Inhaltsverzeichnis
- Was bedeutet es, sichtbar zu werden?
- Warum halten sich so viele Frauen mit ihrer Leistung zurück?
- Warum ist die Angst meist größer als das, was passiert?
- Wie wirst du als Selbstständige sichtbar, ohne dich zu verbiegen?
- Musst du auf LinkedIn, Instagram oder einem anderen Kanal sein, um sichtbar zu werden?
- Wie gelingt dir die Vorstellung beim Netzwerktreffen, im Seminar oder im neuen Team?
- Was hilft dir, wenn du einen Vortrag halten sollst?
- Was hilft dir, wenn du dich zeigen musst, obwohl du noch unsicher bist?
- Mein Impuls für dich
- Fazit: Sichtbarkeit wächst mit jedem kleinen Schritt
- Unterstützung durch die Andrea Ruisinger Akademie
Was bedeutet es, sichtbar zu werden?
Sichtbar bist du, wenn die richtigen Menschen erkennen können, was du kannst, wofür du stehst und wobei du helfen kannst. Das kann dein Team sein, deine Führungskraft, ein möglicher Kunde oder ein Netzwerk in deiner Region.
Sichtbarkeit hat viele Formen. Ein Wortbeitrag im Meeting gehört genauso dazu wie ein klares Angebot auf deiner Website, ein Kommentar auf LinkedIn, ein gutes Gespräch beim Netzwerktreffen oder eine Empfehlung von jemandem, der deine Arbeit kennt.
Du musst deshalb nicht überall präsent sein. Hilfreicher ist die Frage, wo die Menschen sind, die dich für deinen nächsten beruflichen Schritt kennen sollten. Für die eine ist das der Projektbericht bei der Führungskraft, für die andere das LinkedIn-Profil oder ein regionales Unternehmernetzwerk.
Warum halten sich so viele Frauen mit ihrer Leistung zurück?
In meinen Coachings erlebe ich das immer wieder: Manche Frauen zeigen ihre Ergebnisse ganz selbstverständlich. Für andere ist es eine große Hürde, zu sagen: Das habe ich erreicht, das kann ich, das will ich und das brauche ich.
Dahinter steckt ein Muster, das Forscher genauer untersucht haben. Die Studie zur Geschlechterlücke bei der Selbstdarstellung von Forschern der Harvard Business School und der Wharton School aus dem Jahr 2022 zeigt: In Experimenten mit über 4.000 Erwachsenen beschrieben Frauen ihre Leistung bei Aufgaben aus Mathematik und Naturwissenschaften zurückhaltender als Männer mit dem gleichen Ergebnis. Das galt auch dann, wenn die Einschätzung keinen Einfluss auf eine Einstellung hatte. Bei Schulkindern zeigte sich der Unterschied schon ab der sechsten Klasse.
Aus meiner Zeit als Personalleiterin weiß ich, was daraus folgen kann: Gesehen wird oft, wer sich nach vorn stellt und am lautesten ist. Eine Studie zu Potenzialbewertungen und Beförderungen, 2026 im American Economic Review erschienen, zeigt, wie stark solche subjektiven Einschätzungen wirken. Ausgewertet wurden Daten von rund 30.000 Nachwuchsführungskräften einer großen Handelskette. Frauen erhielten dort deutlich schlechtere Einschätzungen ihres Potenzials, obwohl ihre Leistung besser bewertet wurde. Allein das erklärt rund die Hälfte der Lücke bei Beförderungen.
Dazu kommt bei vielen das Gefühl, den eigenen Erfolg gar nicht verdient zu haben. Dieses Hochstapler-Gefühl kennen Menschen jeden Geschlechts. Eine Auswertung von über 100 Studien aus dem Jahr 2024, über die unter anderem die Cornell University berichtet, zeigt aber, dass Frauen es im Schnitt häufiger erleben.
Warum ist die Angst meist größer als das, was passiert?
Wer sich zum ersten Mal zeigt, hat oft das Gefühl, alle würden ganz genau hinschauen. Die Forschung zeigt, dass dieses Gefühl täuscht. In einem bekannten Versuch der Cornell University aus dem Jahr 2000 sollten Studenten mit einem peinlichen T-Shirt einen Raum voller Menschen betreten. Hinterher schätzten sie deutlich zu hoch ein, wie viele das Shirt bemerkt hatten. Fachleute nennen das den Spotlight-Effekt. Er gilt auch für Wortbeiträge: Versuchspersonen glaubten, ihre guten und weniger guten Beiträge in einer Diskussion seien den anderen stärker aufgefallen, als es stimmte.
Eine Frau aus meinem Coaching hat dazu einmal einen Satz gehört, der ihr geholfen hat: Du bist nicht so wichtig, wie du denkst. Das klingt zuerst hart. Für sie war es eine Erleichterung. Niemand beobachtet jeden ihrer Schritte. Auch wenn einmal etwas nicht perfekt gelingt, hat der Alltag am nächsten Tag alle wieder eingeholt. Und sie muss nicht jedem gefallen, so wie ihr auch nicht jeder gefällt. Genau das gibt ihr den Spielraum, Neues auszuprobieren.
Wie wirst du als Selbstständige sichtbar, ohne dich zu verbiegen?
Viele Frauen kennen diesen Schritt gut, wenn sie lange im Hintergrund gearbeitet haben, etwa in der Assistenz, im Backoffice, in der Buchhaltung oder in der Verwaltung. Ähnlich geht es oft Frauen aus Pflege, Erziehung oder Betreuung und Frauen nach einer langen Familienphase. Sie waren viel für andere da und haben selten über die eigene Leistung gesprochen. Wer sich aus so einer Rolle selbstständig macht, braucht plötzlich eine eigene Website, eine Über-mich-Seite und Texte unter dem eigenen Namen. Das fühlt sich für viele erst einmal fremd an. Frauen aus dem Verkauf tun sich damit oft leichter, weil sie es gewohnt sind, auf Menschen zuzugehen.
Eine Webdesignerin, mit der ich in Kontakt bin, hat mir erzählt, dass manche Frauen ihre Website durch eine Korrekturschleife nach der anderen schicken. Die Seite wird nie ganz fertig und geht deshalb nicht online. Dabei geht es selten um Formulierungen oder Farben. Oft steckt die Sorge dahinter, gesehen und bewertet zu werden.
Ein Blick auf die Technik kann hier entlasten. Wenn du auf „Veröffentlichen“ klickst, steht deine Seite nicht sofort vor der ganzen Welt. Suchmaschinen brauchen Zeit, bis sie eine neue Website finden und Menschen zeigen, die nach deinem Thema suchen. Du kannst also in deine Sichtbarkeit hineinwachsen und unterwegs nachbessern.
Und wenn dann die erste Anfrage kommt? Bei vielen tauchen genau in diesem Moment neue Fragen auf: Schaffe ich das? Kann ich das wirklich? Das Hochstapler-Gefühl meldet sich gern, sobald Sichtbarkeit zu wirken beginnt. Sicherheit gibt dir dann der Blick auf dein Angebot. Wenn du es ehrlich beschreibst und dein Bestes gibst, darfst du dir die Erlaubnis geben, dich damit zu zeigen.
Musst du auf LinkedIn, Instagram oder einem anderen Kanal sein, um sichtbar zu werden?
Du musst nicht auf jedem Kanal sein. Wähle einen Kanal, der zu dir passt und auf dem die Menschen unterwegs sind, die dich kennen sollten. Für viele Angestellte und Selbstständige im beruflichen Umfeld ist das LinkedIn. Andere erreichen ihre Kunden besser über Facebook, etwa in regionalen Gruppen, oder über Empfehlungen, Veranstaltungen und einen Newsletter.
Viele Frauen kennen den Zwiespalt: Sie möchten auf LinkedIn etwas erreichen und tun sich trotzdem schwer, etwas zu posten oder zu kommentieren. Was, wenn ich etwas Falsches schreibe? Was, wenn jemand Kritik übt?
Ein guter Einstieg ist der Kommentar. Schreib unter einen Beitrag aus deinem Fachgebiet zwei oder drei Sätze aus deiner Erfahrung. Wenn sich das vertraut anfühlt, teilst du einen eigenen Gedanken, zum Beispiel eine Erkenntnis aus deinem Arbeitsalltag. Denk dabei an den Spotlight-Effekt: Dein Beitrag fällt weniger Menschen auf, als es sich beim Klick auf „Posten“ anfühlt. Und falls doch jemand widerspricht, zeigt das vor allem, dass dein Beitrag gelesen wurde. Du entscheidest, ob und wie du antwortest.
Wie gelingt dir die Vorstellung beim Netzwerktreffen, im Seminar oder im neuen Team?
Ob beim Netzwerktreffen, im Seminar, bei einer Weiterbildung oder am ersten Tag im neuen Team: Oft wird man spontan gebeten, kurz etwas über sich zu sagen. Eine Gründerin beschreibt das so: Unvorbereitet fühlt es sich furchtbar an. Wer es vorher weiß, überlegt sich manchmal schon einen Ausweg, verschwindet kurz vor der Runde oder versucht, nicht aufzufallen. Ist man dann doch an der Reihe, schlägt das Herz bis zum Hals. Online-Treffen sind für sie bequemer, weil sie dort mehr Raum hat. Ihre wichtigste Erfahrung: Mit jeder Vorstellung wird es leichter.
Hilfreich ist ein vorbereiteter Satz, den du jederzeit sagen kannst: wer du bist, wobei du hilfst und was dich gerade beschäftigt. Wie du so eine kurze Vorstellung in wenigen Sätzen aufbaust, steht beim Elevator Pitch im Beitrag Karriere strategisch gestalten.
Und nach dem Gespräch? Die Studie zur Sympathielücke in Gesprächen aus dem Jahr 2018 zeigt, dass Menschen nach einem Kennenlernen regelmäßig unterschätzen, wie sympathisch sie ihrem Gegenüber waren. Bei schüchternen Menschen war der Unterschied größer. Das Gespräch, das sich für dich holprig angefühlt hat, war für die andere Person wahrscheinlich angenehm. Ein guter Grund, dich ein paar Tage später noch einmal zu melden.
Das gilt auch für die Bitte um eine Empfehlung. In der Studie zu direkten Bitten um Hilfe aus dem Jahr 2008 unterschätzten Versuchspersonen um bis zu 50 %, wie oft andere einer direkten Bitte zustimmen. Wenn du konkret fragst, bekommst du also öfter ein Ja, als du erwartest.
Und wenn doch ein Nein kommt? Bei einer Weiterempfehlung fällt der anderen Person oft gerade niemand Passendes ein oder ihr fehlt die Zeit. Bei einer Bewertung im Netz, einer Empfehlung auf LinkedIn oder einer Kundenstimme für deine Website weiß sie häufig nicht, was sie schreiben soll. Dann hilft es, ihr den Einstieg leicht zu machen, zum Beispiel mit einer kurzen Erinnerung an euer gemeinsames Projekt oder an das, was ihr besonders geholfen hat. Bedank dich in jedem Fall für die ehrliche Antwort und lass die Tür offen: „Danke dir. Wenn dir später etwas einfällt, freue ich mich.“ So bleibt der Kontakt gut und du hast geübt, zu fragen.
Was hilft dir, wenn du einen Vortrag halten sollst?
Vielleicht kennst du das: Du sollst vor einer größeren Gruppe einen Vortrag halten und möchtest das eigentlich gar nicht. Du fühlst dich nicht bereit, aber die Aufgabe ist dir übertragen worden. Dann musst du dich trauen. Was in so einem Moment hilft, ist eine gute Vorbereitung und zwei Gedanken: Die eigene Nervosität fühlst du stärker, als andere sie bemerken. Und niemand im Raum weiß, was du alles sagen wolltest. Fehlt ein Punkt, fällt es keinem auf.
Für den ersten Gedanken gibt es einen Beleg. Die Studie zur Illusion der Transparenz aus dem Jahr 2003 zeigt, dass Menschen beim Sprechen vor anderen überschätzen, wie deutlich ihre Anspannung zu sehen ist. Versuchspersonen, denen man das vorher erklärte, wirkten auf das Publikum gelassener und ihr Vortrag wurde besser bewertet.
Eine weitere Hilfe kommt von Alison Wood Brooks, Forscherin an der Harvard Business School. In ihrer Studie zum Umgang mit Lampenfieber, erschienen 2014 im Journal of Experimental Psychology: General, sollten Versuchspersonen vor einer Rede, einem Mathetest oder einem Karaoke-Auftritt einen kurzen Satz sagen oder lesen. Die einen sagten „Ich bin ruhig“, die anderen „Ich freue mich darauf“. Wer die Aufregung als Vorfreude deutete, hielt überzeugendere Reden und schnitt im Mathetest besser ab. Beim Karaoke erreichte diese Gruppe im Schnitt 80 Prozent der möglichen Punkte. Wer vorher „Ich bin nervös“ gesagt hatte, kam auf 53 Prozent. Brooks erklärt das so: Angst und Vorfreude fühlen sich im Körper ähnlich an. Das Herz klopft schneller und man ist hellwach. Dieses Gefühl umzudeuten fällt leichter, als es herunterzufahren.
Und falls Zwischenfragen oder Einwände kommen? Dafür kannst du dir Sätze zurechtlegen:
- Auf später verweisen: „Danke, die Frage nehme ich gern in die Fragerunde am Ende mit.“
- Ein Gespräch anbieten: „Ein interessanter Gedanke, lassen Sie uns im Anschluss darüber sprechen.“
- Einen Einwand aufnehmen: „Danke für den Hinweis, den Punkt nehme ich mit und schaue ihn mir genauer an.“
- Ehrlich bleiben: „Das weiß ich gerade nicht genau. Ich informiere mich und melde mich bei Ihnen.“
Was hilft dir, wenn du dich zeigen musst, obwohl du noch unsicher bist?
Manchmal lässt sich der nächste Schritt nicht verschieben. Ein Vorstellungsgespräch steht an, die Präsentation bei der Führungskraft ist geplant oder die Website soll online gehen. Bereite dich so vor, dass du dich sicherer fühlst. Überlege, was du sagen willst und welche Fragen kommen könnten. Übe ein wichtiges Gespräch mit einer Person, der du vertraust und die dir ehrlich Rückmeldung gibt. Lass deine Website gegenlesen oder schreib dir die wichtigsten Aussagen deiner Präsentation auf. Muss die Person einen Satz zweimal lesen oder musst du ihn erklären, war er zu kompliziert. Dann formuliere ihn einfacher.
Sichtbarkeit lässt sich außerdem in kleinen Stufen üben:
- Ein Ergebnis benennen: Erzähl im Team, was du abgeschlossen hast und was es gebracht hat.
- Einen Kommentar schreiben: Teile unter einem Fachbeitrag eine Erfahrung aus deiner Praxis.
- Einen eigenen Gedanken teilen: Veröffentliche einen kurzen Beitrag zu einer Frage aus deinem Alltag.
- Eine Person ansprechen: Stell dich beim nächsten Treffen jemandem vor, den du noch nicht kennst.
- Um eine Empfehlung bitten: Frag jemanden, der deine Arbeit kennt, ob er dich weiterempfiehlt.
- Die Seite oder den Kanal starten: Stell deine Website online oder starte deinen Kanal, auch wenn noch nicht jedes Detail perfekt ist.
Mit jeder Stufe sammelst du Erfahrungen und deine Sicherheit wächst mit.
Und manchmal ist die ehrliche Antwort: noch nicht. Auch das darf sein, wenn du es bewusst entscheidest. Gib deiner Entscheidung ein Datum und lege fest, welche Schritte du bis dahin gehen willst. Vielleicht merkst du dabei, dass dir ein Kanal oder ein Vorhaben gar nicht so wichtig ist. Dann darfst du es loslassen. Eine klare Entscheidung macht frei.
Hilfreich sind dabei konkrete Wenn-dann-Pläne, zum Beispiel: „Wenn ich von einem Netzwerktreffen nach Hause komme, schreibe ich am selben Abend der Person, mit der ich gesprochen habe.“ Eine Auswertung von 94 Studien zu Wenn-dann-Plänen aus dem Jahr 2006 zeigt, dass solche Pläne deutlich helfen, Vorhaben auch umzusetzen.
Mein Impuls für dich
Ob im Job, in der Selbstständigkeit, beim Netzwerken oder mit deiner eigenen Website: Sichtbar zu werden beginnt mit einer Erlaubnis, die du dir selbst gibst. Du musst dafür nicht perfekt sein und nicht jedem gefallen. Wenn dein Angebot stimmt und du dein Bestes gibst, darfst du dich zeigen. Nimm dir einen Moment für diese Fragen:
- Wofür möchtest du beruflich gesehen werden?
- Welche deiner Leistungen bleiben bisher unsichtbar?
- In welcher Situation hältst du dich zurück, obwohl du etwas beitragen könntest?
- Was genau befürchtest du, wenn du dich zeigst? Wie wahrscheinlich ist das wirklich?
- Was würdest du tun, wenn dich niemand bewerten würde?
- Bei welchem Schritt sagst du bewusst „noch nicht“ und bis wann willst du neu entscheiden?
Fazit: Sichtbarkeit wächst mit jedem kleinen Schritt
Sichtbar werden fällt vielen Frauen schwer, obwohl sie viel können. Studien zeigen, dass Frauen ihre Leistung zurückhaltender beschreiben und dass ihr Potenzial bei Beförderungen niedriger eingeschätzt wird. Sie zeigen aber auch, dass die Angst vor dem Gesehenwerden fast immer zu hoch rechnet. Andere achten weniger genau auf uns, bemerken unsere Nervosität seltener und finden uns sympathischer, als wir glauben. Bitten werden öfter erfüllt, als wir erwarten.
Sichtbarkeit wächst deshalb Schritt für Schritt: mit einem Ergebnis, das du im Team benennst, einem ersten Kommentar, einer Vorstellung beim Netzwerktreffen oder einer Website, die online geht. Such dir für die nächsten Tage einen dieser Schritte aus und gib dir die Erlaubnis, ihn zu gehen, auch mit Herzklopfen.
Zum Schluss ein Zitat:
„Du musst nicht perfekt sein, um sichtbar zu werden. Es reicht, wenn du den nächsten kleinen Schritt gehst und dir selbst erlaubst, gesehen zu werden.“
Andrea Ruisinger – Coach für Karriere, berufliche Neuorientierung, Wiedereinstieg & Existenzgründung, Gründerin der Andrea Ruisinger Akademie
Das Wichtigste zu sichtbar werden – kurz zusammengefasst
Dieser Artikel zeigt, warum sich viele Frauen mit ihrer Leistung zurückhalten, warum die Angst vor dem Gesehenwerden meist größer ist als die Wirklichkeit und welche kleinen Schritte im Job, in der Selbstständigkeit und beim Netzwerken helfen.
- Sichtbar bist du, wenn die richtigen Menschen erkennen, was du kannst und wofür du stehst
- Frauen beschreiben ihre Leistung laut Studien zurückhaltender als Männer mit gleichem Ergebnis
- Bei Beförderungen wird das Potenzial von Frauen oft niedriger eingeschätzt als ihre Leistung
- Menschen überschätzen, wie genau andere sie beobachten und wie sichtbar ihre Nervosität ist
- Nach Gesprächen unterschätzen viele, wie sympathisch sie gewirkt haben
- Eine neue Website braucht Zeit, bis Suchmaschinen sie zeigen, das gibt dir Spielraum
- Wähle den Kanal, der zu dir passt und auf dem dich die richtigen Menschen finden
- Kleine Stufen wie ein Kommentar oder ein benanntes Ergebnis bauen Sicherheit auf
- Ein bewusstes „noch nicht“ mit Datum ist eine Entscheidung und hilft beim Weitergehen
Unterstützung durch die Andrea Ruisinger Akademie
Sichtbar zu werden fällt leichter, wenn du deine Stärken klar benennen kannst. Genau dabei begleiten wir dich im Stärkencoaching. Gemeinsam finden wir heraus, was du besonders gut kannst, wofür du stehst und welche Form von Sichtbarkeit zu dir passt. Wir bereiten mit dir konkrete Situationen vor, vom Mitarbeitergespräch über die Vorstellung beim Netzwerktreffen bis zum Start deiner Website. Steht ein wichtiger Termin kurz bevor, etwa ein Vorstellungsgespräch oder ein Jahresgespräch, unterstützt dich unser SOS-Coaching mit einer gezielten Vorbereitung in einer Stunde. Wenn dich Selbstzweifel bremsen, findest du weitere Impulse im Beitrag zum Impostor-Syndrom.
Die Andrea Ruisinger Akademie ist zertifizierter Partner der Agentur für Arbeit und als zugelassener Träger nach dem Recht der Arbeitsförderung anerkannt.
Im Rahmen eines AVGS-Coachings können deine berufliche Neuorientierung, dein Wiedereinstieg in den Job, eine Existenzgründung oder ein Bewerbungscoaching unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 100 % durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter gefördert werden. Ob eine Förderung möglich ist, entscheidet die zuständige Agentur für Arbeit oder das Jobcenter im Einzelfall.
Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) kann direkt bei uns eingelöst werden.
Über die Autorin: Andrea Ruisinger
Andrea Ruisinger ist ehemalige Personalleiterin, zertifizierter Coach und Gründerin der Andrea Ruisinger Akademie. Seit vielen Jahren begleitet sie Frauen erfolgreich bei der beruflichen Neuorientierung, dem Wiedereinstieg nach der Elternzeit und bei Karriereschritten. Außerdem steht sie Frauen beim Schritt in die Selbstständigkeit zur Seite. Weil sie die Personal-Seite genau kennt, weiß sie, worauf es bei der beruflichen Sichtbarkeit wirklich ankommt. Ihr Ziel: Frauen dabei zu unterstützen, zu erkennen, was in ihnen steckt, schwierige Situationen sicher zu meistern und berufliche Wege zu finden, die wirklich zur aktuellen Lebensphase passen.
FAQ: Häufige Fragen zum Thema sichtbar werden
Warum fällt es mir so schwer, mich beruflich zu zeigen? +
Weil die Angst vor Bewertung meist größer ist als das, was tatsächlich passiert. Viele Frauen haben gelernt, ihre Arbeit für sich sprechen zu lassen. Sie beschreiben ihre Leistung zurückhaltender als andere. Dazu kommen Perfektionismus und die Sorge, arrogant zu wirken. Studien zeigen, dass wir überschätzen, wie genau andere uns beobachten. Das kann dir den ersten Schritt erleichtern.
Muss ich extrovertiert sein, um sichtbar zu werden? +
Nein. Sichtbarkeit entsteht auch ohne große Bühne, zum Beispiel durch ein gutes Gespräch, einen fachlichen Kommentar, einen klaren Projektbericht oder eine Empfehlung. Wähle Formen, die zu dir passen. Nutze sie regelmäßig. Ein durchdachter Beitrag zur richtigen Zeit kann viel bewirken.
Wie werde ich nach einer langen Familienphase wieder sichtbar? +
Mit kleinen Schritten, die an deine Erfahrung anknüpfen. Bring dein LinkedIn-Profil auf den aktuellen Stand und nimm die Familienphase selbstbewusst in deinen Lebenslauf auf. Melde dich bei früheren Kollegen, besuche ein Netzwerktreffen in deiner Branche oder schreib einen ersten Kommentar zu einem Fachthema. Vieles, was du in dieser Zeit gemacht hast, ist im Job gefragt, etwa Organisation oder Verhandlungsgeschick. Wenn du es benennst, wird es auch für andere sichtbar.
Wann ist meine Website gut genug, um online zu gehen? +
Wenn klar ist, was du anbietest, für wen und wie man dich erreicht. Jedes Detail muss dafür nicht perfekt sein. Eine neue Website braucht ohnehin Zeit, bis Suchmaschinen sie finden und zeigen. Du kannst also nach dem Veröffentlichen in Ruhe nachbessern und Erfahrungen sammeln.
Wie spreche ich im Job über meine Erfolge, ohne anzugeben? +
Indem du Ergebnisse sachlich benennst. Sag, was du erreicht hast und was es dem Team oder dem Unternehmen gebracht hat, zum Beispiel: „Ich habe den Ablauf neu aufgesetzt, dadurch sparen wir jede Woche Zeit.“ Solche Sätze wirken kompetent und sachlich. Hilfreich ist es, deine Erfolge laufend aufzuschreiben, damit du sie im Mitarbeitergespräch parat hast.
Was sage ich, wenn ich mich beim Netzwerktreffen spontan vorstellen soll? +
Am besten einen vorbereiteten Satz mit drei Teilen: wer du bist, wobei du hilfst und was dich gerade beschäftigt. Übe ihn ein paar Mal laut, damit er dir auch mit Herzklopfen einfällt. Mit jeder Vorstellung wird es leichter. Viele merken nach dem Treffen, dass ihr Gegenüber das Gespräch angenehmer fand, als sie selbst gedacht hatten.
Wie gehe ich mit Kritik um, wenn ich etwas auf LinkedIn poste? +
Gelassen und mit Abstand. Eine sachliche Gegenmeinung zeigt vor allem, dass dein Beitrag gelesen wurde. Du entscheidest, ob du antwortest. Dafür darfst du dir Zeit lassen. Abwertende Kommentare musst du nicht beantworten.
Ich bin über 50. Lohnt es sich noch, sichtbarer zu werden? +
Ja. Gerade mit viel Berufs- und Lebenserfahrung hast du anderen etwas zu sagen. Sichtbarkeit hilft dir bei einem Jobwechsel, beim Weiterkommen im Unternehmen und beim Aufbau einer Selbstständigkeit. Du musst dich dafür nicht neu erfinden. Es reicht, deine Erfahrung in kleinen Schritten zu zeigen, etwa in Gesprächen, Kommentaren oder auf einer eigenen Website.
Kann mir ein Coaching helfen, sichtbarer zu werden? +
Ja. Im Coaching erkennst du deine Stärken klarer und findest heraus, welche Form von Sichtbarkeit zu dir passt. Außerdem bereitest du konkrete Situationen gezielt vor. Die Andrea Ruisinger Akademie begleitet Frauen dabei im Stärkencoaching deutschlandweit online, zum Beispiel aus München, Stuttgart, Berlin, Hamburg oder Frankfurt. Das Stärkencoaching ist häufig Teil eines AVGS-Coachings zur beruflichen Neuorientierung oder zum Wiedereinstieg. Dann kann es unter bestimmten Voraussetzungen über einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein gefördert werden. Ob eine Förderung möglich ist, entscheidet die zuständige Agentur für Arbeit oder das Jobcenter im Einzelfall.